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	<title>Prozessarbeit &#8211; Der Lebensberater</title>
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		<title>Authentizität: Ferdi und die Frauen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Sudahl]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Aug 2019 11:48:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie ich meinen Selbstwert steigern kann Ferdi hat keine Frau. Das schmerzt ihn. Doch bis er den Zusammenhang zwischen seinem Schmerz und der Tatsache sieht, ohne Partnerin zu leben (und keine Kinder zu haben), dauert es. Der 34-Jährige ist Klient beim Lebensberater in Schorndorf und will an einem Nachmittag in einer offenen Gruppe an seinem [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_1411" aria-describedby="caption-attachment-1411" style="width: 750px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-1411 size-large" src="https://www.der-lebensberater.net/wp-content/uploads/2019/08/005-Flirten-pexels-photo-349494-1024x683.jpeg" alt="Frau Mann stehen auf Steg" width="750" height="500" srcset="https://www.der-lebensberater.net/wp-content/uploads/2019/08/005-Flirten-pexels-photo-349494-1024x683.jpeg 1024w, https://www.der-lebensberater.net/wp-content/uploads/2019/08/005-Flirten-pexels-photo-349494-300x200.jpeg 300w, https://www.der-lebensberater.net/wp-content/uploads/2019/08/005-Flirten-pexels-photo-349494-768x512.jpeg 768w, https://www.der-lebensberater.net/wp-content/uploads/2019/08/005-Flirten-pexels-photo-349494-272x182.jpeg 272w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-1411" class="wp-caption-text">Eine Fremde ansprechen ist für manche Männer eine Herausforderung (FOTO: pexels)</figcaption></figure>
<h3>Wie ich meinen Selbstwert steigern kann</h3>
<p>Ferdi hat keine Frau. Das schmerzt ihn. Doch bis er den Zusammenhang zwischen seinem Schmerz und der Tatsache sieht, ohne Partnerin zu leben (und keine Kinder zu haben), dauert es. Der 34-Jährige ist Klient beim Lebensberater in Schorndorf und will an einem Nachmittag in einer offenen Gruppe an seinem Selbstwert arbeiten.</p>
<h4><strong>Energiefresser</strong></h4>
<p>Als wir mit der Prozessarbeit starten, erzählt mir Ferdi aus seinem beruflichen Alltag. Er arbeitet in einem Reisebüro und berät Menschen, die Spezialtrips buchen möchten. In seinem Job sei er sehr beliebt, berichtet Ferdi. Kunden würden ihm immer wieder sagen, dass sie sich gut betreut fühlen. Er gehe sehr gut und individuell auf die Bedürfnisse der Kundschaft ein. Er könne gut zuhören und dann Angebote zusammenstricken, die auch für seinen Arbeitgeber lukrativ sind. In einem Satz: Ferdi ist ein echter Top-Seller.</p>
<p>Doch wenn er nach der Arbeit abends alleine zuhause sitzt, wird er traurig. Denn da ist niemand. Ferdi lebt alleine. „Ich fühle mich deprimiert“, sagt der schlanke Mann in sportlichem Outfit. Sein Wunsch ist es, die Energie, die er im Job spürt, auch in seinem Privatleben zu fühlen. Doch oft gammelt er faul auf dem Sofa, statt raus zu gehen, Sport zu treiben oder sich mit Freunden zu treffen. Das Handy ist dann sein Freizeit- und letztlich sein Energiefresser.</p>
<h4><strong>Die Trauer spüren</strong></h4>
<p>Als Ferdi das alles berichtet, ist die Trauer in seinen Augen zu sehen. Ich habe eine Vermutung und biete ihm diese an. „Ferdi, um was geht es hier wirklich?“ frage ich den gebürtigen Schwaben. „Geht es um Frauen?“, frage ich weiter. Meine Konfrontation berührt ich. Tränen fließen. Die Trauer überfällt ihn wie ein kalter Schatten. Ferdi berichtet: Er sei ein schlechter Schüler gewesen. Zweimal ist er sitzen geblieben. Sein Dialekt störe ihn. Und es falle ihm schwer Frauen anzusprechen, die ihm gefallen. Ich bestärke ihn, in seinem Gefühl zu bleiben.</p>
<p>Ich frage Ferdi, was ihn in seinem Job erfolgreich macht, was ihn auszeichnet. Aus der Trauer heraus gesprochen fällt in einem Redeschwall der eine Satz: „Wenn ich authentisch bin, bin ich erfolgreich“, sagt Ferdi über sich. Er selbst nimmt diesen Satz kaum war. So tief sitzt er in seinem Inneren, so selbstverständlich er ihn sagen kann, so fremd fühlt sich dieser Satz für Ferdi an. Als ich ihn einlade, nur diesen einen Satz zu sagen, diesen Satz zu betonen und zu genießen, irritiert es ihn. Zuerst stockt er. Ferdi will ihn ausweiten, Prosa drumherum bauen.</p>
<h4><strong>„Wenn ich authentisch bin, bin ich erfolgreich“</strong></h4>
<p>Doch darum geht es nicht. Denn sein Satz ist genau so richtig, wie er ihn aus seinem tiefsten Gefühl heraus gesagt hat. Richtig und passend für Ferdi. Ich lade ihn ein, diesen Satz zu wiederholen. Ihn anderen Teilnehmern bewusst ins Gesicht zu sagen. „Wenn ich authentisch bin, bin ich erfolgreich!“. Nach einer Runde Satz-sagen und nachspüren, halten wir an. „Stimmt dieser Satz auch für Frauen?“ frage ich ihn. Ferdi nickt.</p>
<p>Das ganze „Drumherum“, das er sich ausdenkt, bevor er eine Frau anspricht, fällt in diesem Moment kartenhausgleich in sich zusammen. Ferdi erkennt, dass er das nicht braucht. Er muss nicht den tollen Typ geben, den Hochdeutschredner oder den Frauenversteher. Es reicht aus, Ferdi zu sein. Im Job und bei den Frauen.</p>
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		<title>Wut: Dampf ablassen befreit, oder?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Sudahl]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Jul 2018 09:04:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Arbeiten mit der Wut Lars ist richtig sauer. „Ich könnte diesem Depp eine reinhauen“, schnaubt er in einer unserer Gruppenarbeiten. Sein Körper bebt, die Hände sind zu Fäusten geballt. Nur noch ein kleiner Funke und der 45-Jährige explodiert gleich. Bei der Prozessarbeit über einen ehemaligen Freund, ist Lars sehr in Rage gekommen. Jeder im Raum [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_1272" aria-describedby="caption-attachment-1272" style="width: 750px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-1272 size-large" src="https://www.der-lebensberater.net/wp-content/uploads/2018/07/030-Wut-Ärger-Mann-pexels-1024x684.jpg" alt="Mann Wut Gesicht Zähne " width="750" height="501" srcset="https://www.der-lebensberater.net/wp-content/uploads/2018/07/030-Wut-Ärger-Mann-pexels-1024x684.jpg 1024w, https://www.der-lebensberater.net/wp-content/uploads/2018/07/030-Wut-Ärger-Mann-pexels-300x200.jpg 300w, https://www.der-lebensberater.net/wp-content/uploads/2018/07/030-Wut-Ärger-Mann-pexels-768x513.jpg 768w, https://www.der-lebensberater.net/wp-content/uploads/2018/07/030-Wut-Ärger-Mann-pexels-272x182.jpg 272w, https://www.der-lebensberater.net/wp-content/uploads/2018/07/030-Wut-Ärger-Mann-pexels.jpg 2000w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-1272" class="wp-caption-text">(Foto: Pexels)</figcaption></figure>
<h3><strong>Arbeiten mit der Wut</strong></h3>
<p>Lars ist richtig sauer. „Ich könnte diesem Depp eine reinhauen“, schnaubt er in einer unserer Gruppenarbeiten. Sein Körper bebt, die Hände sind zu Fäusten geballt. Nur noch ein kleiner Funke und der 45-Jährige explodiert gleich. Bei der <strong>Prozessarbeit</strong> über einen ehemaligen Freund, ist Lars sehr in Rage gekommen. Jeder im Raum spürt, diese <strong>Wut muss jetzt raus.</strong> Sofort. Sonst platzt der Mann noch. Oder verletzt womöglich Dritte.</p>
<h3>Kampf- oder Flucht-Modus</h3>
<p>Wenn wir wütend sind, schüttet unser <strong>Körper</strong> das Hormon <strong>Noradrenalin</strong> aus. Unser <strong>Herz</strong> schlägt schneller, der <strong>Blutdruck</strong> steigt, die <strong>Muskeln</strong> werden besser mit <strong>Sauerstoff</strong> versorgt und spannen sich an. Unser <strong>Organismus</strong> setzt <strong>Energien</strong> frei. Wir bereiten uns vor auf <strong>Kampf</strong> oder <strong>Flucht</strong>. Diese Reaktionen sind wichtig, haben sie uns doch <strong>tausende Jahre gedient</strong>, um im <strong>Notfall</strong> die eigene Haut zu retten – etwa, um einen<strong> tödlichen Angriff</strong> abzuwehren oder ihm zu entkommen. Unsere Wut treibt uns zu <strong>Höchstleistungen</strong> an. Wir <strong>konzentrieren</strong> uns ganz auf die Bedrohung. Unser <strong>Habitus</strong>, unsere <strong>Aura</strong> sendet das Signal: Vorsicht! <strong>Mit dem ist nicht zu spaßen!</strong> Ja auch unserer Stimme verändert sich: Wenn Ärger mitschwingt, können wir diesen deutlich besser erkennen als etwa Angst oder Freude. Und das losgelöst von der jeweiligen kulturellen Prägung.</p>
<h3>Flammen mit Benzin löschen</h3>
<p>Um nicht zu explodieren, soll nun auch Lars Dampf ablassen. <strong>Katharsis</strong> reinigt, so die Idee der <strong>„geläuterten Seele“,</strong> die auf die <strong>Psychoanalyse</strong> zurück geht. Wut muss <strong>raus aus dem Gewebe</strong>, sie braucht ein <strong>Ventil</strong>, damit sie sich nicht im Organismus staut. Doch diese Idee hat einen <strong>Haken</strong>: Dampf abzulassen, um Wut zu reduzieren, ist, als <strong>löscht man Feuer mit Benzin</strong>. Es heizt die <strong>Flamme</strong> nur noch <strong>stärker</strong> an. Hintergrund ist ein Effekt namens <strong>Verhaltensfeedback</strong>. Sehr oft <strong>folgen unsere Gefühle unseren Taten</strong> – und nicht umgekehrt. Auch wenn wir das gerne so hätten. Aber unsere <strong>Hormone</strong> sind schneller als unser Verstand. Wer also seine <strong>Wut auslebt</strong>, kommt allein dadurch schon <strong>mehr in Rage</strong> als im Ruhezustand.</p>
<blockquote><p>Die Wut verrauchen lassen</p></blockquote>
<p>Das hat <strong>Folgen</strong>: Wer seinem <strong>Zorn Ausdruck verleiht</strong>, erleichtert sich damit nur kurzzeitig. Auf lange Sicht <strong>provoziert</strong> schreien und schlagen oft Rache und <strong>Vergeltung</strong>, die dann erneute Wutausbrüche nach sich ziehen. Ein <strong>Teufelskreis</strong> entsteht. Zudem sind <strong>Wutwirbelstürme</strong> ein Risiko für unseren <strong>Bluthochdruck</strong> und verengen das <strong>Herz</strong>. Wenn unsere <strong>Herzkranzgefäße</strong> verhärten sprechen wir von <strong>koronaren Herzerkrankungen</strong>. Dazu kommen Folgen für die Umwelt: Studien rücken die <strong>Zornesneigung</strong> in die Nähe von <strong>Gewalt in der Partnerschaft</strong>, <strong>Kindesmisshandlung</strong> und sogar <strong>Mord</strong>. Ein hitziges Gemüt ist ein<strong> schlechter Ratgeber</strong>, wenn wir uns ungerecht behandelt fühlen.</p>
<h3>Gewebestau auflösen</h3>
<p>Also mache ich<strong> keinen klassischen Wut-Prozess</strong> mit Lars. Es gibt kein <strong>Schreien und keine Schläge</strong> auf eine Boxer-Pratze – so <strong>unbefriedigend</strong> sich das auch im ersten Moment <strong>anfühlt</strong>. Vielmehr lade ich ihn ein, mit seiner <strong>Wut in Kontakt</strong> zu kommen. Sie in seinem <strong>Körper zu spüren</strong>, zu atmen, sie sich vorzustellen, sie <strong>wahrzunehmen</strong> und ihr <strong>dankbar</strong> zu sein. Alles auf eine<strong> liebevolle und friedliche</strong> Weise. Ich biete Lars an, die Energie der Wut wie durch sich <strong>hindurchgleiten</strong> zu lassen. Damit sie sich nicht in seinem <strong>Gewebe staut</strong> und für <strong>Blockierungen</strong> und damit <strong>Krankheiten</strong> sorgt. „Die Wut verrauchen lassen“, ist eine Redensart, die für diesen Prozess gut passt.</p>
<h3>Der Trauer Raum geben</h3>
<p>Und Lars? Er spürt in sich hinein. Unter seiner Wut kommt <strong>Trauer</strong> zum Vorschein. Nachdem der <strong>Zorn verflogen</strong> ist, darf sie sich <strong>Raum nehmen.</strong> Lars spürt auch sie in seinem <strong>Körper</strong>. Ich lade ihn ein, dieses <strong>Gefühl zu erleben</strong>, es zu <strong>verstärken</strong>. Das spannende an dieser Arbeit ist, dass in diesem Moment Lars gar nicht mehr wichtig ist, auf wen er sauer und was der Grund für seine Wut ist. Er ist ganz bei sich und <strong>seinem Gefühl angekommen</strong>.</p>
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