Das SWR-Fernsehen war zu Gast bei uns – und die tagesschau hat den Beitrag übernommen. Unter dem Titel „Normalerweise gehe ich mit andern Männern ins Stadion: Wenn Väter gemeinsam kochen und über Gefühle sprechen" hat ein Kamerateam einen ganzen Vormittag unseres Vater-Kind-Kochtreffens begleitet. Für uns beide, Michael Sudahl und Rudolf Eulitz, war das eine schöne Bestätigung: Das Thema, das uns als Männercoaches am Herzen liegt, trifft einen Nerv.
Wer den dreiminütigen Fernsehbeitrag noch nicht gesehen hat, dem erzähle ich hier gern, was an diesem Tag passiert ist – und worum es uns dabei wirklich geht.
Wie fühlst du dich? Eine für viele Männer ungewohnte Frage
Der Tag begann im Foyer des Familienzentrums in Fellbach. Männer im Kreis, ihre Kinder mittendrin, Schürzen umgebunden. Und bevor die erste Zwiebel geschnitten wurde, kam eine Frage, die viele so nicht gewohnt sind: „Wie fühlst du dich?"
Ich habe den Anfang gemacht – und ehrlich gesagt, dass ich stolz war, so viele Papas mit ihren Kindern zu sehen, und dass ich zugleich ein bisschen Angst hatte, weil wir das erst zum zweiten Mal gemacht haben und ich noch keine Routine hatte. Und dann traut sich die Runde. „Ein bisschen Angst hab ich auch", sagte einer der Väter. „Ich weiß ja noch nicht genau, was auf mich zukommt." Genau dieser Moment, in dem Männer sich zeigen dürfen, ist der Kern von allem.
Kochen statt klassischem Männerkreis
Rudolf und ich arbeiten beide als Männercoaches. Wir hätten also leicht den nächsten Abend-Männerkreis aufmachen können – unter uns, die Kinder daheim bei den Müttern. Aber genau das wollten wir nicht. Unsere Idee mit Foodbrothers ist ein Austauschort für Männer, der die Mütter zugleich entlastet. Deshalb nehmen wir die Kinder mit – auch unsere eigenen Töchter und Söhne sind dabei.
In Fellbach standen wir zu acht Männern in der Küche, dazu ein Rudel Kinder. Alle per du, Nachnamen spielten keine Rolle. „Erstmal Hände waschen", ruft Rudolf – und los geht's. Kinderstimmen mischen sich mit klappernden Töpfen. Auf dem Plan: Schmorgurken und ein Johannisbeerkuchen, für die meisten ein Gericht, das sie zum ersten Mal kochen.
„Normalerweise gehe ich mit andern Männern ins Stadion"
Der Satz, der dem Beitrag seinen Titel gab, stammt von Marcus, einem der Väter. Männergruppen kennt er bisher vor allem vom Fußball. Spannend fand ich, was er danach sagte: Selbst im Stadion rede er mittlerweile gar nicht mehr so viel über den Sport, sondern eher darüber, wie es in der Familie läuft und was die Freunde gerade bewegt.
Da ist er, dieser leise Wandel. Männer verbinden sich klassischerweise über eine Sache – das Spiel, den Verein, das gemeinsame Tun. Das ist wertvoll. Aber beim Kochen wird spürbar, dass noch mehr möglich ist: Die Hände sind beschäftigt, der Kopf wird frei, und zwischen Zwiebelschneiden und Kartoffelschälen entstehen Gespräche, die sonst selten passieren.

Warum keine Frauen mitkochen
Diese Frage bekomme ich oft – und beantworte sie gern ehrlich. Es geht nicht gegen Frauen. Es geht darum, dass unter Männern etwas möglich wird, das sonst schwerer entsteht. Das „Gockelverhalten", das wir alle von Männern kennen, fällt in so einer Küche einfach weg. Stattdessen üben wir etwas, das viele nie gelernt haben: füreinander da zu sein. Acht Männer in einer Küche, und jeder hilft jedem.
Natürlich wird auch gescherzt – „Ein Mann weint nur, wenn er Zwiebeln schält oder die Mannschaft beim Fußball verliert." Aber zwischen dem Lachen reden wir auch über die ernsteren Dinge: über Stress, über Erwartungen, über das eigene Männerbild.
Die eigentliche Frage: Was für ein Vater will ich sein?
Unter all dem Schnippeln schwingt eine Frage mit, die die meisten Väter umtreibt: Was für ein Vater will ich sein? Die Antworten an diesem Tag haben mich berührt. Marcus sagte: „So ein Vater, dass meine Kinder irgendwann sagen: 'Hey, das war 'ne schöne Zeit mit dir.'" Und Hansjörg brachte es so auf den Punkt: „Ich möchte kein Vorbild sein, das nur einen Haufen Geld verdient. Wichtiger ist, dass man für die Kinder da ist."
Es geht nicht um ein bestimmtes Männerbild, das man erfüllen müsste, sondern um einen eigenen Weg – zwischen Job, Familie und dem, was man den Kindern vorleben möchte.
Keine neue Seilschaft – eine Gegenbewegung
Eines ist uns wichtig: Foodbrothers ist keine Männerseilschaft, die sich nach außen abschottet. Wir sorgen nicht dafür, dass jemand beruflich vorankommt, und wir stellen uns nicht gegen Frauen. „Zusammenhalten als Männer – aber offen sein für andere", so beschreibt Rudolf unsere Haltung. Wir wollen die Gegenbewegung sein: Männer, die wieder Zugang zu ihren eigenen Gefühlen bekommen.
Am Ende saßen wir alle zusammen an einem Tisch – Väter, Mütter, Kinder. Die Mütter waren zum Essen eingeladen und hatten den Vormittag ebenfalls genossen. Eine erzählte: „Ich hatte einfach mal ein paar Stunden für mich." Es gab Schmorgurken, Kartoffeln und Beerenkuchen. Das Urteil meiner Tochter Kaia: „Sehr lecker."
Neugierig geworden?
Wenn du beim Lesen gespürt hast, dass dir so ein Ort fehlt – ein Rahmen, in dem du als Vater und als Mann einfach du selbst sein darfst, ohne Fassade und ohne Konkurrenz –, dann komm zu einem der nächsten Foodbrothers-Termine. Du musst nicht kochen können. Du musst nur bereit sein, die Ärmel hochzukrempeln und ehrlich zu sein.
Und wenn dich die Frage „Was für ein Mann, was für ein Vater will ich sein?" tiefer beschäftigt, begleite ich dich in meiner Arbeit als Lebensberater und Männercoach gern ein Stück auf diesem Weg.
Melde dich einfach bei mir – ich freue mich auf dich: Kontakt - Der Lebensberater
Michael Sudahl ist Lebensberater und Männercoach. Gemeinsam mit Rudolf Eulitz initiiert er das Vater-Kind-Kochprojekt Foodbrothers. Über das Treffen in Fellbach berichtete das SWR-Fernsehen; den Beitrag übernahm die tagesschau.

