Die SWP berichtet über Männerseminar

von Michael Sudahl | 25.09.2026 | Presse & Veröffentlichungen

Das Ehinger Tagblatt hat über unsere Männerwoche in Oberdischingen berichtet. Wir freuen uns sehr.

„Männer öffnen sich ihrer Gefühlswelt“: So lautet die Überschrift des Ehinger Tagblatts (25.09.26). Autor Dietmar Burgmaier hat mit Leonhard Fromm und drei Teilnehmern gesprochen.

Neun Männer zwischen 37 und 74 Jahren waren bei der Männerwoche dabei. Sie kamen aus dem Remstal, vom Bodensee, aus Konstanz, Singen, Stuttgart, Ravensburg und Ulm. Ihr gemeinsames Ziel: den eigenen Gefühlen eine Gestalt geben.

Männerseminar: Üben, üben, üben

„Die Männer sollen zu fühlen beginnen“, sagt Leonhard Fromm im Gespräch mit der Zeitung. Der 63-jährige Gestalttherapeut aus Schorndorf will, dass die Teilnehmer „kommunikationsfähig“ werden. Dafür gelte es, „zu üben, zu üben und zu üben“.

Michael Sudahl, 53 Jahre alt und ebenfalls aus Schorndorf, arbeitet mit dem Körper. Er verbindet Gefühle wie Wut, Angst oder auch Freude mit dem Körperregionen und manchmal sogar mit einzelnen Organen. Es geht um der Emotionen Wahrnehmung im ganzen Körper.

Auch Trauer hat ihren Platz. Sie soll zugelassen und mitgeteilt werden. Rückzug und Alkohol sind keine Lösung.

Drei Männer, drei Geschichten

Ein 71-jähriger ehemaliger Informatiker aus Ulm hat früh gelernt, keine Gefühle zu zeigen. „Wir sollen leider cool sein und vor allem nicht weinen“, sagt er. Heute hilft ihm das Gelernte in der Partnerschaft. Auch im Plenum seines Mehrgenerationenprojekts profitiert er davon.

Ein 37-jähriger gebürtiger Iraner fühlte sich überfordert. Stress im Job, der Kontaktabbruch zur Familie in Persien und Probleme in der jungen Ehe kamen zusammen. Starke Kreuzschmerzen zwangen ihn ins Bett. Erst in der Reha hörte er, dass die Beschwerden auch psychische Ursachen haben könnten. Der Taekwondo-Trainer lernt nun, auch zur Ruhe zu kommen. Leonhard Fromm fasst das in ein Bild: „Ein Krieger ist nicht immer im Kampf, sondern auch mal im Lazarett.“

Ein 74-jähriger Schorndorfer hat jahrzehntelang als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer funktioniert. Seine Kinder werfen ihm heute vor, als Vater „nicht ansprechbar“ gewesen zu sein. Seit anderthalb Jahren arbeitet er verstärkt an seiner Gefühlswelt. Er sei deutlich „beziehungsfähiger“ geworden. Sein Fazit: „Ich kann mich so jeden Tag neu erfinden.“

Vier Archetypen

Unsere Arbeit stützt sich auf Erkenntnisse des Schweizer Psychoanalytikers Carl Gustav Jung. Im Kurs arbeiten wir mit vier Archetypen. Der König mit seiner Freude. Der Liebhaber mit seiner Trauer. Der Magier mit seiner Angst. Der Krieger mit seiner Wut.

Danke an Dietmar Burgmaier für den Bericht. Und danke an die drei Teilnehmer für ihre Offenheit.

[Kurs in Oberdischingen: Wie sich Männer ihrer Gefühlswelt öffnen | swp.de]

FOTO: Leonhard Fromm