Jung mit Hut vor Blumen, ein Träumer in Gedanken versunken
Lasst Kinder träumen – das ist gut so. (Foto: pexels)

Wie uns eine starke Vorstellungskraft dient

„Das ist ein Träumer, der hat eine blühende Fantasie.“ So einen Satz schon mal gehört? Vielleicht von den Eltern über einen Verwandten oder Freund? Oder in der Schule über einen Klassenkameraden? Im Beruf über einen Kollegen?

Unser Bild über Menschen, die sich ihren Träumen hingeben – und das tagsüber („So ein Tagträumer“) – ist schräg. Es ist geprägt von Geschichten wie der des träumenden Hanns Guck-in-die-Luft aus dem Struwwelpeter. Erst tritt der Träumer in Hundekacke und fällt, sehr zum Amüsement der Fische die ihn auslachen, mit samt seiner Schulmappe ins Wasser – Platsch. Psychologe und Lyriker Heinrich Hoffmann wollte Kinder wohl davor bewahren zu träumen, weil wir uns dann angeblich nicht mehr konzentrieren können. Eine Denke, die sich bis weit in die 1970-er verfestigt hat und als „Schwarze Pädagogik“, mit Rohrstock und Schlägen für träumende Schüler, noch Etlichen bekannt sein dürfte.

Träumen ist wichtig

Was für ein Graus. Und wie unnütz. Wir wissen heute: Träumen ist wichtig. So wichtig wie die Luft zum Atmen. Auf jede Konzentration muss eine Weitung des Verstandes, des Geistes folgen. Sonst drohen wir engstirnig zu werden und verkrampfen. Als Kind lag ich oft auf dem Rasen und guckte wie der Hoffmannsche Hans in die Luft. Träumte mich weg in ferne Länder, auf wilde Piratenschiffe oder wie ich, wenn ich groß bin, als Fußballerprofi oder Stuntman wohl leben würde.

Ohne Fantasie kommen wir nicht voran.

Und obwohl ich mit einer recht ordentlichen Rechtschreibschwäche ausgestattet bin, waren in der Schule Stimmungsbilder lange meine liebste Beschäftigung. Ich konnte mich träumerisch in Details verlieren und mit Worten feine Ansichten zeichnen. Die dann rot korrigiert vom Lehrer zurück kamen. Note 4 im Aufsatz. Weil 25 Schreibfehler auf einer Seite zu viel waren. Absurd. Mir wurde mit Macht das Träumen, die Fantasie, vergrätzt.

Dabei ist Fantasie elementar. Hätte Steve Jobs ohne Fantasie das iPhone erfinden können? Oder Gottlieb Daimler das Automobil? Wohl kaum. Wahlweise Albert Einstein bzw. James Robbins wird das Zitat zugeordnet: „Verrückt ist, wer immer wieder das Gleiche tut und ein anderes Ergebnis erwartet.“ Ohne Fantasie kommen wir nicht voran. Weder in der Technik, noch in der Liebe.

Ein Energie- und Lebensspender

Frisch Verliebte malen sich dank Oxytocin-Ausschüttung die Zukunft rosa, das ist Fantasie. Software-Entwickler stellen sich Programm-Codes vor, mit Hilfe ihrer Fantasie. Und in meiner Arbeit als Cranio-Sakral-Therapeut bekommen viele Klienten nur über ihr Vorstellungsvermögen Zugang zu ihrem Körper. Wenn sie Herz, Lunge und Becken nicht spüren können, dann bitte ich sie, sich die Organe und Knochen vorzustellen. Ihre Fantasie zu gebrauchen. Nach anfänglichem Widerstand gelingt das den Meisten. Ich merke aber, wie verdorrt die Fantasie Einzelner ist. Das macht mich traurig.

Dabei ist eine blühende Fantasie ein Energie- und Lebensspender. Heisa, wie wird mir warm ums Herz, wenn ich träumen kann. Im Wald spazieren gehen und meinem kindlichen Ich (was dann 12 Jahre alt ist) freien Lauf lasse. Renne, spiele und schwer atmend auf den Waldboden sinke. In meinem Kopf die Fantasiebilder von Drachen, Elfen und bösen Mächten, mit denen ich ringe und immer gewinne.

Streifen Glaubenssätze ab und erfinden uns neue Sichtweisen auf Menschen und Dinge.

Auch im Kontakt mit Klienten ist Phantasie (oh, eine alte Schreibweise?!) wichtig, dabei hilft uns die Vorstellungskraft. Wie in einem Labor üben wir mit einem imaginären Gegenüber neue Verhaltensweisen. Streifen Glaubenssätze ab und erfinden uns neue Sichtweisen auf Menschen und Dinge. Wie frei sich das anfühlt, Neues zu wagen, ohne ins volle Risiko gehen zu müssen. Die Amygdala, das Stresszentrum in Gehirn, dankt es uns, wenn wir mutig ausprobieren, was uns in Zukunft dienen kann um einfacher, gelassener und reifer zu leben. Grundstock für ganz viele Prozesse der Persönlichkeitsentwicklung ist unsere Fantasie oder Phantasie. Wir brauchen sie.

Offene Gruppe

Wer sich nun abgeholt, mitgenommen oder hingezogen fühlt, kann mich und unsere Arbeit als Lebensberater näher kennen lernen. Einmal im Monat, samstags, bieten wir hierfür eine offene Gruppe an. Komme und entwickle deine Fantasie.

Gerne kannst du mich auch direkt anrufen und mir erzählen, von deinen Träumen und wie sie wahr werden sollen: 0170 9494220.

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