Problemfall Chef?

Um Fachkräfte zu binden und neue zu gewinnen, ist das Betriebsklima wichtiger als die Entlohnung. Das ist das wichtigste Fazit des HR-Reports 2018 des Personaldienstleisters Hays. In dessen Auftrag hatte das Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) mehr als 1000 Beschäftige in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Auf den Plätzen folgen weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit, marktgerechte Entlohnung und Förderung der Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter, Stichwort Digitalisierung.Kritisch zeigen sich die Befragten gegenüber i

Mitarbeiter unterliegen oft dem eigenen Perfektionismus. Hier hilft Nachfragen beim Chef

hren Chefs: Die Hälfte beklagt zu wenig Kommunikation; 41 Prozent vermissen dessen Loslassen, also Delegation; und 39 Prozent bemängeln den Führungsstil ihrer Vorgesetzten. Zentraler Wunsch stattdessen: Die Eigenverantwortung der Mitarbeiter stärken.

Im Kern verwundert mich das Ergebnis dieser Umfrage nicht, da ich selbst rund zwölf Jahre angestellter Redakteur war und dasselbe geantwortet hätte. Die Ergebnisse decken sich auch damit, was wir üblicherweise in unseren Trainings hören und erleben: Das größte Problem sei der Chef. Ich schreibe das im Konjunktiv, weil sich diese Einschätzung öfter als Fehldiagnose erweist.

Chef  als Projektionsfläche

Der Grund: Der Chef dient als Projektionsfläche für vieles, was im Arbeitsalltag schief läuft. Und wo er zweideutige Anweisungen gibt, wird nicht präzise nachgefragt, sondern so interpretiert, wie es dem Mitarbeiter am willkommensten ist. Da sind Missverständnisse und Konflikte vorprogrammiert. Häufiger Streitpunkt ist etwa auch eigener Perfektionismus, dem ein Mitarbeiter unterliegt.
Wenn der Kunde zum Beispiel nur 70 Prozent des Preises bezahlt, den der Auftragnehmer ursprünglich gerne wollte, weil dem Kunden „weniger“ reicht, so muss dies auch klar in der Auftragsabwicklung kommuniziert sein. Denn häufig folgt der Mitarbeiter seinen eigenen Qualitätsansprüchen, investiert mehr Zeit und Ressourcen als veranschlagt, und fühlt sich vom Vorgesetzten nicht wertgeschätzt, wenn der Überstunden nicht akzeptiert oder bereits mit dem nächsten Projekt kommt.

Unter Leistunsdruck: Programme im Autopilot

Unter Leistungsdruck schalten Teammitglieder auf Autopilot. Diese Muster verhindern Achtdamkeit udn gute Ergebnisse.

Unsere Trainings in Betrieben zeigen häufig schon nach ein, zwei Stunden, wo der „Hase im Pfeffer liegt“. Um Geld geht es selten. Nach zwei, drei Stunden lösen sich Blockaden zwischen Kollegen oder mit Vorgesetzten. Die Atmosphäre entspannt sich spürbar und wir können die Beteiligten darin unterstützen, sich (Kommunikations-)Strukturen zu geben, die dauerhaft das Betriebsklima verbessern und die Gefahr von Mißverständnissen deutlich reduzieren. Zentrales Moment ist dabei stets, dass sich der Einzelne über sich bewusst wird, wie er (mit anderen) redet; wie er über Kritiker denkt; wie er zuhört oder mit Lob umgeht. Denn jeder hat sich über Jahrzehnte innere Muster antrainiert, die im Alltag wie Programme im Autopilot laufen. Und je höher die Geschwindigkeit, also der Leistungsdruck, desto mehr geht jeder in seine Routine, also seinen Autopilot. Das aber verhindert Achtsamkeit.

 

Deshalb bremsen drei Stunden Teamentwicklung eine Abteilung nicht aus, sondern beschleunigen sie. Das ist vergleichbar dem Handwerker, der sein Werkzeug wartet, pflegt und zurechtlegt, damit er es sekundenschnell verfügbar hat, wenn er es in einer komplexen Arbeitsphase braucht. Im betrieblichen Alltag sehe ich häufig, dass unter Druck jeder seine Geschwindigkeit erhöht – und dann in eine andere Richtung geht.

Unsere Coachings klären die Richtung und bündeln die Kräfte. Dann sind alle wieder motiviert, haben Spaß und die Ergebnisse sind exzellent. Versprochen.

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