Kind Trauer Sephia
Kindheitstrauma sind im Blut nachweisbar. (FOTO: Pexels)

Stress im Körper: Schlaf- und Appetitstörungen

Ulmer Forscher können seit kurzem belegen, was Betroffene schon lange vermuten: Kindheitstrauma wie sexueller Missbrauch, Schläge oder andere Formen psychischer oder physischer Gewalt, hinterlassen Spuren – nachweisbar im Blut. Die Wissenschaftler haben acht Stoffwechselprodukte gefunden, die auf belastende Erlebnisse in der Kindheit hinweisen. So einzigartig wie ein bio-chemischer Fingerabdruck.

Kindheitstrauma bestimmen den Stoffwechsel

Damit wird deutlich: traumatische psychische und physische Erlebnisse manifestieren sich zu somatischen und körperlichen Erkrankungen, wie Schlaf- und Appetitstörungen. Selbst wenn sich Betroffene als Erwachsene wohl fühlen, bleiben Spuren zurück. In neun von zehn Fällen sind bei Traumatisierten bestimmte Stoffwechselprodukte (Metabolite) höher konzentriert. Darunter Phospholipide, Substanzen aus der Endocannabinoid-Familie oder Abbauprodukte des Hämoglobins, einem körpereigenen Antioxidanz. Für ihre Studie haben die Ulmer Forscher 105 junge Mütter untersucht, davon hatten 59 traumatische Kindheitserlebnisse.

Stress-Signale haben Folgen:

Durch sie bilden sich im Körper freie Radikale. Diese schädigen Zellen und verändern den Stoffwechsel. Chronische Entzündungen treten häufiger auf. In der Zeitschrift Laborpraxis erklärt Dr. Alexander Karabatsiakis, Abteilung klinische und biologische Psychologie an der Uni Ulm: Wenn Kinder sexuell missbraucht, wenn sie geschlagen oder vernachlässigt werden, führt dies zu chronischem Stress. Dieser kann für den Körper belastend sein. Denn er erhöht das Risiko für Herzkreislauferkrankungen und Diabetes. Vor allem, wenn Betroffene nicht auf einen gesunden Lebensstil achten.

Für die Frauen bedeutet dies:

Sie haben ein erhöhtes Risiko, psychisch zu erkranken – auch wenn sie augenblicklich gesund sind. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig gegenzusteuern. Therapien können helfen, die Spätfolgen zu mindern. Ebenso helfen viel Bewegung, ausgewogenes, mediterranes Essen, regelmäßige Entspannungen und ein intakter Freundeskreis.

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